Tier des Monats

Kaya, Yaro, Yuki, Kovu und Kito

Jeden Monat stellen wir dir ein Tier und seine Geschichte vor. Diesmal: eine kleine Katzenfamilie aus Quakenbrück, die gemeinsam einen Albtraum durchgestanden hat.

Mutterkatze Kaya liegt entspannt vor einem Kratzbaum
Die Geschichte

Kleine Familie aus Quakenbrück in großer Not

Alles begann am Sonntag, dem 31. Mai, als eine fünfköpfige Katzenfamilie in Quakenbrück gesichert werden konnte. Auf den ersten Blick schienen die etwa 6-7 Wochen alten Kitten noch einigermaßen in Ordnung zu sein, abgesehen von verklebten Augen, die bei Fundkitten leider keine Seltenheit sind, waren sie fit. Sorgen machte uns aber die Mutterkatze: Kaya. Sie hechelte sehr stark. Was man zunächst auf den verständlichen Stress des Einfangens und der neuen Umgebung schob, entpuppte sich durch die eingerichtete Kameraüberwachung auf der Pflegestelle schnell als ernstes Warnsignal. Kaya hechelte auch mitten in der Nacht ununterbrochen weiter, Stunden nachdem die Pflegestelle zur Ruhe gekommen war. Der Weg am Dienstag zum Tierarzt war also unumgänglich.

Röntgen und Ultraschall beim Tierarzt brachten besorgniserregende Befunde: Der Verdacht stand im Raum, dass es sich um einen Abszess oder Schlimmeres am Magen handeln könnte. Kaya litt unter hohem Fieber und massiv erhöhten Entzündungswerten. Sie wurde umgehend medikamentös versorgt, doch die Achterbahnfahrt der Gefühle hatte gerade erst begonnen. Nach einer kurzzeitigen Besserung am Mittwoch verschlechterte sich Kayas Zustand am Wochenende erneut dramatisch. Sie hatte wieder hohes Fieber und hechelte wieder sehr heftig. Natürlich ging es auch diesmal sofort zum Tierarzt. Kaya musste mit Sauerstoff versorgt werden, bekam stärkere Schmerzmittel und eine verlängerte Antibiotikatherapie. Mehr konnte man in dem Moment nicht tun. Beim erneuten Ultraschall am Montagmorgen gab es dann vorsichtige Entwarnung: Kein Tumor, kein Abszess!

Kaya kämpfte gegen eine äußerst heftige Magen-Darm-Entzündung an, die augenscheinlich endlich auf die Behandlung ansprach. Das Fieber sank und das Hecheln verschwand nach und nach. Mama Kaya war endlich auf dem Weg der Besserung.

Um Kayas Behandlung mit den starken Schmerzmitteln und Antibiotika sicher durchzuführen und ihre Kitten, die immer noch bei ihr tranken, nicht zu gefährden, musste die Familie leider zeitweise räumlich getrennt werden. Nichts, was man gerne macht, denn die Kleinen hingen genauso an ihrer Mama wie sie an ihnen. Aber es ging nicht anders…

Gerade als wir dachten, wegen Kaya aufatmen zu können, kippte dann die Situation bei den Kitten. Zunächst gab es Schwierigkeiten, die Augenentzündungen so richtig in den Griff zu bekommen, aber der Umstieg von Tropfen auf eine spezielle Augensalbe brachte endlich Linderung. Doch das größte Drama stand uns noch bevor. Gegen Mitte der folgenden Woche entwickelten die Kleinen schweren Durchfall. Am Donnerstagmorgen verweigerte das erste Kitten die Nahrungsaufnahme. Wir waren absolut alarmiert und zögerten keinen Moment, die Kitten dem Tierarzt vorzustellen. Dieser verabreichte allen Antibiotika und teilweise auch Entzündungshemmer, doch der Durchfall wurde drastisch schlimmer. Die Kleinen jammerten teilweise vor Schmerzen, und schließlich war sogar Blut im Stuhl zu sehen.

Am Freitag führten wir dann zunächst auf der Pflegestelle zwei Schnelltests auf Parvovirose (Katzenseuche) durch. Beide schlugen positiv an. Der absolute Albtraum eines jeden Tierschützers. Bei geschwächten Kitten verläuft das Parvovirus oft rasend schnell und tödlich. Es war, als täte sich der Boden unter unseren Füßen auf… Dank unseres guten Netzwerks mit anderen Vereinen und Tierschützern bekamen wir schnelle Hilfe: Eine Tierschutzkollegin fuhr noch spät am Abend mit Feliserin (ein Passiv-Impfstoff gegen Parvo und Katzenschnupfen, oft das Einzige, was erkrankte Tiere retten kann) zu uns, um das Immunsystem der Kleinen bestmöglich zu unterstützen.

Tagelang wurde gepäppelt, gewacht und gebangt. Dann folgte endlich das Ergebnis des Labor-PCR-Tests, und mit ihm fiel der sprichwörtliche Mount Everest von unseren Schultern: Kein Parvovirus! Der Schnelltest war falsch positiv! Etwas, das eigentlich nur selten passiert, aber wir waren unendlich erleichtert. Die Ursache für den blutigen Durchfall war letztlich ein starker Kokzidienbefall. Zwar ebenfalls gefährlich für junge Kitten, aber im Vergleich zur Katzenseuche gut behandelbar.

Auch wenn uns der kleinste und schwächste des Wurfs, Yaro, noch einige Zeit Sorgen bereitete, da er während der Erkrankung am schnellsten abgebaut und viel Gewicht verloren hatte, geht es inzwischen allen vieren wieder gut, und sie entwickeln sich prächtig. Wir sind unendlich dankbar für diesen Ausgang und freuen uns riesig, dass Mama Kaya und ihre Kitten Yaro, Yuki, Kovu und Kito endlich gesund und munter sind.

Kaya, Yaro, Yuki, Kovu und Kito sind Schützlinge von Streunerhilfe Ni-No e.V.

Text und Fotos für diese Geschichte stammen von Streunerhilfe Ni-No e.V., die sich um Kaya und ihre Kitten gekümmert haben. Danke für die offenen Einblicke in eine nicht immer leichte Zeit.

Die Familie

Fünf Gesichter, eine Geschichte

Ihr betreut ein Tier mit besonderer Geschichte?

Wir stellen im Tier des Monats ausschließlich Tiere aus der Vermittlung von Tierschutzorganisationen vor. Meldet euch, wenn eure Organisation ein Tier vorschlagen möchte.